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Zinssenkung in 2024

Zentralbankmikado: Nachdem die großen Notenbanken über Monate das Lied „higher for longer“ gespielt haben und die Märkte dies auch zu glauben begannen, wird nun seit einigen Tagen diskutiert, welche der großen Notenbanken als erste den Zinssenkungszyklus einläuten könnten. Ausgelöst wurde dieser Sinnes- wandel durch schneller als zunächst erwartet sinkende Inflationsraten und schwächere Konjunkturdaten auf beiden Seiten des Atlantiks. Die Märkte sehen aktuell beide Notenbanken gleichauf und erwarten für Fed und EZB die erste Zinssenkung jeweils im Juni 2024. Wir haben unsere Prognose für die erste Zinssenkung der EZB ebenfalls von September auf Juni 2024 vorgezogen. Zum einen ist die Inflationsrate in der EWU im Oktober auf 2,9% gesunken. Zum anderen enttäuschte das Q3-BIP mit einem Rückgang um 0,1% und die schwachen Einkaufsmanagerindizes im Oktober haben die Sorgen erhöht, dass die Konjunktur auch im Schlussquartal weiterhin im Rückwärtsgang bleiben könnte. In den USA dagegen ist das BIP in Q3 um kräf- tige 4,9% (annualisiert!) gegenüber Vorquartal gewachsen. Zwar hat sich der US-Beschäftigungsanstieg seit Jahresmitte verlangsamt und die Arbeitslosenquote ist im Oktober auf 3,9% gestiegen, aber die Fed hat nach Aussage ihres Vorsitzenden Powell immer noch einen „Tightening bias“ und unsere US-Kollegen dis- kutieren seit einiger Zeit das Risiko einer weiteren Zinserhöhung im Dezember, die dann wiederum die Wahrscheinlichkeit für ein Hard landing der US-Konjunktur erhöhen dürfte. Angesichts der aktuellen Schwä- che der Eurolandkonjunktur und zunehmender Sorgen, dass der erwartete Anstieg der Realeinkommen in der EWU vielleicht nicht ganz so kräftig wie erwartet ausfallen und zu einem gewissen Teil in einer steigen- den Ersparnis landen könnte, dürften bei den nächsten Treffen der EZB taubenhafte Argumente an Relevanz gewinnen. Sollte sich aufgrund massiv sinkender Einfuhrpreise und einengender Preisüberwälzungs- spielräume der Preisdruck zu Anfang des nächsten Jahres weiter vermindern, könnte die EZB vielleicht doch als erste der drei großen Notenbanken die Zinswende einläuten. In diesem Fall dürfte sich EUR/USD nach Ansicht unserer FX-Strategen in Richtung Parität bewegen, insbesondere wenn sich die Fed noch deutlich mehr Zeit lassen sollte als die EZB. Ihre EUR/USD-Prognose für Ende 2024 haben sie schon mal auf 1,10 reduziert (von 1,20). Zitat: Deutsche Bank Research 8.11.23

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